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Sieben weitverbreitete Irrtümer zur Religiosität und die Richtigstellung dazu
(Ergänzungen von Bernadette Brand)


Irrtum Nr. 1:
„Der Weg zu Spiritualität, Liebe, Frieden, Freiheit, Harmonie, Wahrheit, Wissen und Weisheit führt zwangsläufig über die Religiosität."


Richtigstellung:
Liebe, Frieden, Freiheit, Harmonie, Wahrheit, Wissen und Weisheit sind innere Werte im Bewusstsein und in der Psyche des Menschen, die er sich durch das Erkennen und Umsetzen der schöpferischen Wahrheit und Wirklichkeit selbst erschafft. Das Erarbeiten von Erkenntnis, Erfahrung, Wissen und Weisheit ist nur aus der inneren Freiheit heraus möglich. Gemeint ist damit ein Freisein von Glaubenszwängen, Dogmen, Doktrinen, Denkvorschriften, einschränkenden Verhaltensregeln sowie ein Freisein von Angst, Demut, Unterwürfigkeit, Selbstverleugnung usw., wodurch er, der Mensch, unbehelligt von falschen Einflüsterungen, die ihn verunsichern, durch die Erkenntnis der Realität und der Wirklichkeit in sich selbst alle hohen Werte und Tugenden zu erarbeiten vermag.
Das Ausüben einer Religion und eines damit verbundenen Glaubens ist gleichbedeutend mit dem Aufgeben der inneren Freiheit, der gedanklichen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Eine Religion erfordert die Abkehr von den Wahrnehmungen der Realität, die Hingebung an Glaubensvorstellungen und Illusionen sowie das Leugnen der Individualität zugunsten eines imaginären Gottes, von Heiligen, Meistern, Engeln, Schutzgeistern und/oder anderen Gestalten, die nur als Trugbilder in der fehlgeleiteten Vorstellung des Menschen existieren. Die Religionen und alle anderen Glaubensideologien verlangen vom Menschen stets, dass er seine Aufmerksamkeit, sein Hoffen, Wünschen, Sehnen und seine ganze Kraft nach aussen in Richtung eines imaginären Wesens resp. einer imaginären höheren Kraft wenden soll und lenken ihn damit von sich selbst weg. Der Mensch soll wie unter Hypnose oder unter dem Einfluss einer krankhaften Zwangsvorstellung Dinge, Kräfte, Wesen, Götter usw. sehen und akzeptieren, die er nie und nimmer mit seinen Sinnen, seinem Verstand und seiner Vernunft als tatsächlich existent und wirklich wahrnehmen, erkennen und akzeptieren kann. Er wird dadurch bewusst und böswillig von imaginären äusseren Mächten, Kräften und Phantasiegestalten abhängig gemacht und von der Hinwendung zu den Kräften, Fähigkeiten und Möglichkeiten seines eigenen Bewusstseins abgehalten.


Irrtum Nr. 2:
„Wer nicht religiös ist, ist kein guter Mensch."


Richtigstellung:
Die Religionen haben es geschafft, sich im Bewusstsein vieler Menschen als Verkörperung aller guten menschlichen Werte darzustellen. Sie erheben den Anspruch, dass ein Mensch nur dann wirkliche Güte leben könne, wenn er einer religiösen Organisation oder Vereinigung beitrete und durch die Einhaltung bestimmter Regeln den Weg zu seinem persönlichen Heil beschreite. Das ist falsch, denn das Erkennen der Wahrheit verlangt nicht nach religiösen Regeln, Ritualen und Zeremonien, sondern setzt nur ein gesundes Bewusstsein, einen freien Verstand und eine gewisse Folgerichtigkeit im Denken voraus. Weder die Religionen noch die Geisteslehre sind Heilslehren, die dem Menschen automatisch Erleuchtung oder Bewusstseinserweiterungen bringen, wenn er stur gewissen Verhaltensregeln folgt. Die Geisteslehre, Lehre des Lebens, Lehre der Wahrheit erklärt die Wirklichkeit der Schöpfung. Sie beinhaltet die Gesetze und Gebote, die der Mensch beachten soll und die ihn auf dem Weg seiner Evolution leiten können. Es liegt am einzelnen Menschen selbst, dieses Wissen aufzunehmen, es gründlich zu überdenken und zu verarbeiten, um daraus Erkenntnisse, Wissen, Erfahrung, Liebe und Weisheit zu erschaffen. Der Mensch allein ist Schalter und Walter über sein Leben, sein Bewusstsein und seine Kräfte und Fähigkeiten, die er in sich erwecken und entfalten muss. Nur er selbst bringt sich sein Heil durch das Erkennen, Erproben, Einsetzen, Entfalten, und Verbessern seiner Kräfte, seiner Weisheit, seines Wissens und seiner Liebe. Dieser Lernprozess ist zwangsläufig mit dem Begehen von Fehlern verbunden, die er beheben und korrigieren muss, sobald er erkennt, was und warum er etwas falsch gemacht hat und durch welches Fehlhandeln er im Einzelfall einen gewissen Schaden, Nachteile, physische oder psychische Schmerzen usw. usf. verursacht hat.


Irrtum Nr. 3:
„Ein böser Mensch wird für seine Fehler im ewigen Feuer der Hölle bestraft; ein guter Mensch kommt in den Himmel."


Richtigstellung:
Himmel und Hölle im christlich-religiösen Sinne sind Orte, in denen der gut handelnde und gläubige Mensch nach seinem Ableben hoch belohnt resp. der schlecht oder ausgeartet handelnde und ungläubige Mensch hart bestraft wird. In Tat und Wahrheit sind Himmel und Hölle aber Zustände und Befindlichkeiten im Inneren des Menschen, in seinem Denken und Fühlen, also in seiner Psyche, die fälschlicherweise „Seele" genannt wird. Durch das schöpferische Gesetz der Kausalität erntet der Mensch stets die Früchte seiner Gedanken, Gefühle und Handlungen im jeweiligen, aktuellen Leben. Ein Mensch, der voller Angst, Furcht und Schrecken ist, erlebt die Hölle in sich. Ein Mensch, der in sich voller Liebe, Freiheit, Freude, Ausgeglichenheit und Harmonie ist, trägt den Himmel in sich und gibt bewusst oder unbewusst diese Harmonieschwingungen auch an die Umwelt und seine Mitmenschen weiter.
Himmel und Hölle als Orte der Belohnung, der ewigen Glückseligkeit resp. der ewigen Verdammnis, endloser Qualen und Torturen, als Wohnorte von Engeln, Heiligen, des Teufels usw. sind absolut unlogisch, irreal und wirklichkeitsfremd. Sie sind Trugbilder und Projektionen eines verblendeten Denkens, das nach einer Belohnung durch ein Leben im Paradies verlangt und aus selbstsüchtigen Motiven oder aus Faulheit heraus nach Stillstand und Devolution strebt. Diese Unwerte führen zwangsläufig in den Untergang, weil das Leben stets vorwärts strebt und nach neuen Erfindungen, Entdeckungen und der Erweiterung von Wissen und Weisheit verlangt. Die Vorstellung der ewigen Verdammnis in der Hölle des christlichen Teufels ist ebenso pervers wie dumm, denn wie bereits erklärt, folgt auf jede Ursache eine Wirkung, was im Falle des Menschen bedeutet, das er die Folgen seiner fehlerhaften Gedanken und Handlungen tragen muss. Erkennt er seine Fehler und behebt diese, dann ist damit auch die Ursache für den ihm zugestossenen Schaden aufgehoben und neutralisiert, wonach der Fehler nicht ein weiteres Mal eine Wirkung nach sich ziehen kann, weil er eben aufgehoben ist. Ein zweimaliges oder mehrmaliges Erleiden desselben Schadens für einen einmal begangenen Fehler ist also ausgeschlossen. Das beweist die Unsinnigkeit und völlige Widernatürlichkeit der Behauptung, der Mensch müsse für seine „Sünden" (Fehler) und „Schuld" (Folgen des Fehlverhaltens) nach dem Tode erneut büssen und in der Hölle furchtbare Qualen dafür erleiden. Ein dermassen falsches und rachsüchtiges Denken und Fühlen können allein Menschen erfinden, die entweder selbst voller Hass und Rachegedanken sind, oder aber andere Menschen mit diesen Horrorvorstellungen drangsalieren, terrorisieren, unterdrücken und von sich abhängig machen wollen.


Irrtum Nr. 4:
„Aber Jesus Christus hat doch gelebt und ist für uns am Kreuz gestorben."


Richtigstellung:
Weder gab es jemals einen Menschen dieses Namens, noch ist er am Kreuz gestorben. Jeder Mensch lebt sein Schicksal vor allem anderen für seine ureigene Bewusstseins- und Geistesevolution. Schuld, Sühne und Fehler eines resp. vieler Menschen können nicht durch das Leiden eines anderen Menschen abgetragen werden.
Der aus der christlichen Bibel als „Jesus Christus" bekannte Mensch hiess in Wahrheit „Jmmanuel" (Namensbedeutung: 'Der mit JHWH-Wissen') und wirkte zu seiner Zeit vor ca. 2000 Jahren als wahrlicher Prophet resp. als Künder und Lehrer der schöpferisch-natürlichen Gesetze und Gebote, der Geisteslehre und der damit verbundenen Lehre des Lebens. Erst im zweiten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung wurde ihm der falsche Name „Jesus Christus" (vom griechischen „Christos" = der Gesalbte) gegeben, als aus seiner schöpferisch-natürlichen Lehre bereits ein übler Kult entstanden war, aus dem sich das heutige Christentum entwickelte. Jmmanuel wurde zwar auf Drängen der Pharisäer und Schriftgelehrten des Tempels in Jerusalem durch Herodes zum Tode verurteilt und gekreuzigt, starb dabei jedoch nicht, sondern wurde als vermeintlich tot vom Kreuz genommen, wobei er in Wahrheit nur bewusstlos war und also noch lebte. In der Grabhöhle wurde er von Freunden aus Indien gesund gepflegt und ging später auf einer jahrelangen Reise bis nach Srinagar im heutigen Nordindien, wo er eine Familie gründete und im hohen Alter starb.
Jeder Mensch lebt sein Leben völlig selbstverantwortlich, was sein Denken, Fühlen, Tun und Wirken betrifft. Der Mensch hat von Natur aus einen freien Willen, den er nach eigenem Ermessen und Gutdünken durch seine Gedanken aufbauen und zur Wirkung bringen kann. Er setzt dadurch Kräfte in Bewegung, die im positiven wie im negativen Sinn für ihn selbst sowie für seine gesamte Umwelt ganz bestimmte Wirkungen zeitigen. Begangene Fehler müssen selbst wiedergutgemacht bzw. behoben werden, wodurch der Mensch lernt und sich auf diese Weise schrittweise weiter evolutioniert. Der Mensch ist quasi ein eigenes Universum in sich selbst, eine eigene Einheit mit einem Block aus Verstand, Vernunft und anderen Bewussteinskräften. Das Übertragen von Fehlern oder Schuld auf einen anderen Menschen oder das stellvertretende Übernehmen von Schuld und Sühne ist daher völlig unmöglich. Eine solche Vorstellung ist entweder das Produkt einer negativ-ausgearteten Psyche oder eine berechnende Erfindung und Vorgaukelung , um andere Menschen in eine demütige Abhängigkeit zu einem irrealen Erlöser zu treiben, in der sie in jeder Weise ausgebeutet und versklavt werden können.
Der einzelne Mensch kann sich nur selbst von seinen Fehler befreien, was ausschliesslich durch eigene harte Gedankenarbeit und das Erkennen und bewusste Aufarbeiten der Fehler möglich ist. Einen anderen, bequemen Weg gibt es nicht. Niemals kann ein Mensch die Gedanken eines anderen Menschen denken - jeder kann nur seinen eigenen Weg suchen und gehen, wodurch er sich weiterentwickelt und selbständig wird. Genau das aber wollen die Religionen nicht, weshalb sie den Menschen mit aller Macht in einen Glauben zwingen, indem sie ihm weismachen, seine Erlösung von allen Übeln komme nur durch eine Kraft von aussen, von der der Mensch durch seinen Glauben abhängig sei. Die Religionen wollen keine unabhängigen, freien Menschen, denn diese würden ihr System aus Gläubigkeit, Demut, Unterwürfigkeit, Ausnutzung, Verdummung und Bewusstseinsversklavung durchschauen und zum Einsturz bringen.


Irrtum Nr. 5:
„Der Mensch braucht etwas, woran er glauben kann."


Richtigstellung:
Diese Behauptung zielt darauf hin, dem Menschen glaubhaft zu machen, dass er ohne seine Religion nicht lebensfähig und also nicht stark genug sei, um die Herausforderungen des Lebens meistern zu können. Sie impliziert, dass die innere Kraft und Stärke allein aus dem Glauben an einen imaginären Gott, Heiligen oder Meister komme und dass der Mensch allein zu klein, zu schwach und zu unselbständig sei, um seinen Weg selbst finden zu können. Wie kaum eine andere Behauptung im Zusammenhang mit Glauben und Religion, redet dieser Satz dem Menschen ein, dass er ohne Glauben und Religion ein absolutes Nichts sei, unfähig, das Leben mit seinen Schicksalsschlägen und Unwägbarkeiten zu meistern, dem heulenden Elend und den tiefsten Abgründen schutzlos preisgegeben. Glauben wird durch diese Behauptung zum eigentlichen Lebenselixier, das den Menschen vor allem und jedem zu schützen vermag und ihm unendliche Stärke und Kraft verleiht. Bricht er unter den Lasten seines Lebens jedoch zusammen, dann ist sofort klar, dass er einfach nicht tief und lauter genug geglaubt hat und dass er deshalb an seinem Elend selbst schuld ist. Die zynische Irreführung dieses Satzes wird den Menschen deshalb nicht klar, weil ihr Denken und Fühlen bereits zu verworren ist, um den Widerspruch darin erkennen zu können. Glauben ist jedoch die blosse Annahme, dass etwas der Wahrheit entspreche, und wie bei jedem Glauben bleibt dieser stets unbeweisbar, weil er auf unlogischen Vermutungen und irrealen Hirngespinsten beruht.
Der Mensch als Träger eines winzigen Teilstückes Schöpfung ist auch ohne einen Glauben oder eine Religion durchaus imstande und stark genug, in sich selbst den höheren Sinn des Lebens zu finden und zu erfüllen. Sucht er die Wahrheit in seinem Innern, dann erkennt er, dass sie die Gewissheit der Wirklichkeit resp. der Realität ist und dass der Weg selbst das Ziel ist. Aus dieser Erkenntnis schöpft er die Kraft und die Selbstsicherheit, die er benötigt, um die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Ist der Mensch in seinem Denken und in sich selbst gereift genug, dann wendet er sich automatisch vom Glauben ab, weil er erkennt, dass er selbst sein eigener Schutz und Schirm ist und dass er in sich die Kraft trägt, die er benötigt, um mit allem fertigzuwerden, ohne in tiefe Abgründe zu stürzen, aus denen er sich nicht mehr herausarbeiten kann. Die Kraft des Menschen liegt allein in seinem Denken, in seinem Verstand und seiner Vernunft, und diese sind die Stütze, die er braucht, um in seinem Leben bestehen zu können und die Wahrheit als Gewissheit der Wirklichkeit resp. Realität zu erfahren. Darin liegt auch der Trost, den er in Stunden vermeintlicher Ausweglosigkeit und Verwirrung benötigt, denn er lernt schnell, dass ihn weder Vernunft noch Verstand jemals im Stich lassen, wenn er selbst das nicht zulässt, und darin, im logischen Denken, in der Vernunft und im Verstand, liegt der Grundstein und jeder weitere Schritt auf dem Weg der menschlichen Evolution.


Irrtum Nr. 6:
„Ein Mensch, der nicht glaubt, ist unberechenbar, tugendlos und gefährlich."


Richtigstellung:
Der gläubige Mensch ist in seinem Denken unsicher, unselbständig, hin- und hergerissen zwischen der Angst vor Strafe und dem Aufbegehren gegen die Bevormundung durch seine Religion und den Zweifeln an seinem Glauben. Der Gläubige ist durch die Religionen und ihre Vorsteher und Machthaber, wie den Papst, die Kardinäle, Bischöfe und Priester usw., leicht beeinflussbar und steuerbar. Er schwankt dauernd zwischen der Hoffnung auf Erlösung und einer späteren Glückseligkeit im Paradies und der schwelenden Furcht vor einer Bestrafung in der Hölle oder im Fegefeuer für seine Schuld. Dadurch findet er niemals Sicherheit und Festigkeit in sich selbst, und seine Psyche ist geprägt von den Zweifeln, Schuldgefühlen, der Angst, unterschwelligem Aufbegehren und Hass, was ihn in ständige Ungewissheit, Angst und Ungewissheit über sein Schicksal, das Sterben und den Tod treibt. Er hat die Steuerung über sein Leben an eine imaginäre Gottheit abgegeben und bleibt in seinem Denken unberechenbar, ängstlich und verzagt. Das führt zu Zorn, Wut und Aggressivität, sobald das auf Sand gebaute Haus seines Glaubens angezweifelt oder kritisiert wird und einzustürzen droht. In der brennenden Angst, sein Glaube könnte sich als irrig und haltlos erweisen, läuft er sogar Gefahr, fanatisch zu werden, jede gesunde Selbstkontrolle zu verlieren und zur Bestie auszuarten.
Der Wissende um die wahrliche Wahrheit der Gesetze der Schöpfung baut in sich selbst nach und nach eine immer grössere Stabilität, Eigen- und Selbstverantwortung auf, und er ist in seinem Wissen um die Wahrheit voller Festigkeit und durch nichts zu erschüttern. Er ist in seinem Verantwortungsbewusstsein, seiner Menschlichkeit und seinem Mitgefühl für jede Lebensform durchaus berechenbar und voller hoher Tugenden, voller Sanftmut, Nachsicht, Verständnis und Einsicht, weil er sich stets bemüht, das Richtige um der Richtigkeit selbst willen zu tun. Das Fundament seiner Persönlichkeit beruht auf innerer Freiheit, Wissen und Erkenntnis, und er ist stets bestrebt, die schöpferischen Gesetze und Richtlinien nach bestmöglichem Wissen umzusetzen und sie zu seiner Entscheidungsgrundlage zu machen. Dadurch denkt, fühlt und handelt er im Einklang mit der Natur und der Schöpfung, so folgerichtig wie es ihm möglich ist, und bezieht in sein Wirken stets die Verantwortung gegenüber sich selbst und der Gemeinschaft mit ein.


Irrtum Nr. 7:
„Der religiöse Glaube ist dem Wissen überlegen und nicht rational erklärbar. Er bedarf daher keiner für den Menschen nachvollziehbaren Logik"


Richtigstellung:
Bei dieser Behauptung handelt es sich um den Versuch der Religionen und ihrer Vertreter, die Menschen auszutricksen und sie für dumm zu verkaufen. Es wird unterstellt, dass Logik, Vernunft und Verstand nur begrenzte Mittel zur Wahrheitsfindung seien und dass der Glaube etwas beinhalte, das die menschliche Vernunft übersteige, gleichzeitig aber nicht genau erklärt werden könne. Es ist der Versuch einer unlogischen Rechtfertigung von Glaubensinhalten, um die verstandesmässige Kritik zu unterdrücken und zu verdammen, weshalb der gläubige Mensch sich in seiner Unlogik und Unvernunft weigert, sein Menschsein mit allen Facetten der Unvollkommenheit anzunehmen und die Verantwortung für sein Denken und Handeln bis in die letzte Konsequenz tatsächlich selbst zu tragen, statt nur davon zu reden und seine Eigen- und Selbstverantwortung auf imaginäre Gottheiten und ihre Vertreter abzuwälzen. Dieser Weg führt in die Irre und in die bekannte Sackgasse, weil es im Universum und im Menschen nichts gibt, das er nicht früher oder später durch seinen Verstand und seine Vernunft nachvollziehen, erkennen und verstehen kann. Aus diesem Grunde strotzt der Spruch von der Überlegenheit des Glaubens gegenüber dem Wissen vor Unlogik und menschlicher Anmassung.
Die Schöpfung, das Universum und alles Leben sind aufgrund logischer, folgerichtiger Gesetzmässigkeiten zustande gekommen, die in der Schöpfung selbst ihren Ursprung haben und vom Makrokosmos bis in den kleinsten Mikrokosmos durch alle Erscheinungsformen des Lebens ihre Gültigkeit und Wirksamkeit haben. Diese Gesetzmässigkeiten und ihre kausalen Zusammenhänge können vom Menschen erforscht und verstandes- und vernunftmässig nachvollzogen werden. Durch die Beschäftigung mit diesen Gesetzmässigkeiten, die unter anderem auch in der freien Natur erkennbar sind, kann der Mensch diese Gesetze und ihre Wirkungsweise auch auf sein eigenes Leben übertragen, indem er anerkennt, dass dieselben Gesetzmässigkeiten, die im Universum und in der Natur walten, auch in seinem Dasein und seinem eigenen Schalten und Walten wirken. Daraus resultiert nicht nur das Erkennen der schöpferischen Logik und der relativen Vollkommenheit der Schöpfung, woraus dann letztendlich auch das freiwillige Akzeptieren und Sich-Einordnen in die schöpferischen Gesetze erfolgt, sondern auch die willentlich verfolgte Bewusstseinsevolution des Menschen, durch die er die Entwicklung von Verstand, Vernunft und Bewusstsein fördert und nutzt und zur wahren Freiheit im Denken gelangt. Darin wiederum beruht letztlich das Wissen, dass Glaube immer unfrei, unbestimmt und ziellos, ohne festen Halt und rein imaginär und dem wahrheitlichen Wissen, das die Gewissheit der Wirklichkeit resp. der Realität ist, stets unterlegen, irreführend und somit bewussstseinsversklavend sein muss.


(Veröffentlicht in "Stimme der Wassermannzeit" Nr. 155 vom Juni 2010)